#1 Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von Kasimir1603 18.09.2012 13:36

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Wollte hier mal "kurz" meine Story zu meiner ersten festen Arbeitsstelle nach der Ausbildung schildern.

Meine Ausbildung hab ich in einer ganz tollen kleinen Kanzlei gemacht, der Ausbilder war super nett und hat sich für uns Azubis wirklich Mühe gegeben und getan und gemacht. Leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen die Kanzlei nicht weiterführen. So dann kam ich quasi vom Himmel ohne Zwischenstop direkt in die Hölle Eine Rechtsanwältin für FamR hauptsächlich, Strafrecht und diverses Kleinzeugs. An Unmenschlichkeit und bescheuerten Benehmen nicht zu überbieten. Eckdaten: Arbeitszeit von 8-17 Uhr, 1 Std. Mittag, 40 Std./Woche für 950 DM netto!! Ohne Fahrtkosten, ohne sonstwas - nackige 950 Öcken in DM! Einfache Fahrtzeit 1 Std. 15. Bahnhof vor Ort war ein ziemlich dunkler und abens von Alkis etc. beliebter Ort. So na dann: Tatsächliche Arbeitszeit waren regelmäßig weit über 60 Stunden, Mittagspause fiel regelmäßig aus, wenn Cheffin sich einbildete eine bestimmte Akte, ein Diktat etc. mussten genau jetzt geschrieben, erledigt, was auch immer werden. Private Telefonate waren über Kanzleitelefon nicht erlaubt. Was nicht tragisch gewesen wäre. Jedoch musste auch das private Handy während der Arbeitszeit aus sein. Toilette putzen, Fenster putzen, private Botengänge für Madame waren an der Tagesordnung. Binnen kürzester Zeit wog ich bei 1,62 m noch ganze 43 Kilo *juchhu* 3 Magengeschwüre, chronische Gastritis und eine Abneigung gegen Cheffinnen waren das Ergebnis nach nicht mal einem halben Jahr bei dieser Frau. Dümliche Bemerkungen wie: Ach, ich war mit meiner Tochter letztes WE in Paris. Machen Sie doch auch mal einen solchen Kurztrip" waren inkl. ! Da ich noch zu Hause wohnte, es in den Wintermonaten recht schnell dunkel wurde und ich eben noch nen langen Heimweg hatte, wie gesagt von einem wenig beleuchteten und von allerlei Gesocks "bewohnten" Bahnhof ausgehend, hatte ich mit meiner Mutter vereinbart, dass, wenn es länger dauert, ich kurz ne SMS schicke (dazu schlich ich mich aufs Klo!!!) oder sie mich kurz anruft, fragt, obs später wird und ich nur mit ja oder nein antworten musste und schnell wieder auflegen, damit die Personifizierung des Bösen ja nix mitbekommt. Einmal brachte sie es ferig, es war bereits kurz vor 20 Uhr, draußen stockduster, Mitte Dezember, ich Feierabend offiziell 17 Uhr! Bin kurz net an meinem Platz, klingelt meine Mum an, um zu fragen, ob ich eben noch da bin. Geht die Hexe dran und sagt zu ihr: Also, Ihre Tochter is pünktlich um 17 Uhr gegangen. Und legt auf. Sagt mir aber nichtmal, dass meine Mutter angerufen hat. Wie die daheim am Rad gedreht hat, kann man sich wohl vorstellen. Naja, und noch mehr so Dinger hat die Gutste gebracht. Aber ich glaube, dass Geschilderte reicht aus, um nachzuvollziehen, warum ich schneller als schnell dort weg wollte. Achja, die letzten 3 Monatsgehälter durfte ich dann auch noch einklagen. Begründung, warum sie nicht gezahlt hat, war, dass ich ja für das Ausfüllen der Überweisungsträger verantwortlich gewesen wäre und ihr diese nicht zur Unterschrift vorgelegt hätte Ja, nee, is klar. Die hatte so einen an der Klatsche

#2 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von naduh 18.09.2012 14:03

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Ich kann manchmal nicht glauben, was ich hier lesen muss. Wow, du Ärmste, was hast du durchgemacht!!!
Wenn man noch in der Ausbildung ist bzw. gerade ausgelernt, traut man sich noch nicht, dagegen anzugehen, das kann ich verstehen. Aber heute dürfte mir kein Mensch auf der Welt und wenn es der König von China höchstpersönlich wäre so kommen! Boah, das geht ja gar nicht!!!

#3 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von Kasimir1603 18.09.2012 14:06

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ich war damals grad 19 geworden und hatte vorher wie gesagt einen voll lieben Chef. Da kannste mit so einer einfach nicht umgehen. Man ist dann eh noch völlig unsicher und wenn man vorher immer ein gutes Verhältnis zum Chef hatte, dann is man mit so einer definitiv überfordert. Und das war ich. Ich war der menschlich einfach nicht gewachsen und hab einfach bloß zugesehen, dass ich schnell wieder weg war. Bin dann nach Bayern gegangen und arbeite heute auch wieder für ne Frau. Trauma überwunden sozusagen

#4 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von Mathilde 18.09.2012 14:19

bei manch einem schein es ja wohl zu oft in den Kinderwagen geschneit zu haben :-)

#5 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von Catelyn 18.09.2012 19:58

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Anwältinnen sind offenbar sowieso die ganz speziellen Chefs. Kann ich auch ein längeres Liedlein von singen. Allerdings nicht in der Extremform. Dagegen war meine Ex-Cheffin ja geradezu ein Engelchen mit Schöni!

Immerhin gab´s bei mir nur Verspannungen im Nackenbereich wegen hingenuschelter Endlosdiktate.

Gut, unsere Trennung war dann "Wer Gründe sucht, der findet auch welche". Aber das ist ausgestanden. Leider muss ich gestehen, dass ich auch nach drei Jahren im neuen Job immer noch ab und an von ihr träume. Sei es, weil ich mit einer ehemaligen Kollegin aus dem Hause telefoniert oder jemanden von dort getroffen hab. Irgendwie schafft sie es immer noch, mir meine Nächte zu versauen.

#6 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von MissJJ 19.09.2012 08:20

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Wow, das ist echt heftig! Krasse Story!
Aber ich hab auch selbst die Erfahrung gemacht und auch von vielen anderen gehört, dass RAinnen oft unausstehlich sind. Ich möchte auch ehrlich gesagt nie nie wieder für ne Frau arbeiten. Das eine Mal hat mir echt gereicht.

#7 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von Kasimir1603 19.09.2012 08:20

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Ging mir genauso. Gerade, weil sie einem immer das Gefühl vermittelt hat, zu blöd für den Job zu sein und nix auf die Reihe zu bringen. Hat sie ja auch des Öftern sehr deutlich zum Ausdruck gebracht Ich bin ja nach der Zeit bei ihr direkt nach Bayern gegangen und Anfang 2003, also quasi 3 Jahre nach meiner "Flucht" und den ganzen Streiterein mit ihr, stand sie plötzlich in meiner damaligen Kanzlei vor mir Sie war zu einer Besprechung mit einem der Anwälte da, die kannten sich wohl noch aus "Jugendtagen". Jedenfalls war mein damaliger Chef hochzufrieden mit mir, hatte mir gerade die vorbereitende Buchhaltung und die Leitung des Inkassobereichs xy übertragen Hat mich schon sehr gefreut, dass ich ihr auf diese Art ganz easy mal den Mittelfinger zeigen konnte

#8 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von MissJJ 19.09.2012 08:26

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Na das ist doch mal wieder ein schönes Beispiel für: Man sieht sich immer zweimal im Leben!
Das ist doch eine Genugtuung, von der man träumt, oder?

btw: Der Titel ist zu gut

#9 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von Kasimir1603 19.09.2012 08:31

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Aber auf JEDEN :D Im ersten Moment dacht ich, ich krieg nen Herzkasper. An sich hätte ich die auch gar nicht gesehen, weil in der Kanzlei ne Empfangsdame beschäftigt war. Aber die hatte mich gebeten, mal nen Stündchen den Empfang und Telefon zu übernehmen, weil sie irgendwas dringend besorgen musste. Naja und da stand sie halt. Sie hatte jetzt auch nicht unbedingt einen so außergewöhnlichen Nachnamen. Wäre der Vorname dabei gestanden im Kalender, hätten bei mir alle Alarmglocken geschrillt. Aber das stand eben nur Fr. xy BS mit RA ...,

#10 RE: Der Teufel trägt nicht Prada, sondern nen Schönfelder unterm Arm von MissJJ 19.09.2012 08:33

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GRANDIOS! Echt! Sowas wünscht man sich!

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