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#1 Jeder 11. hat einen Nebenjob von Johanna 05.10.2012 08:07

Bundesagentur: Zahl der Zweitjobs seit 2003 verdoppelt

Nürnberg/Saarbrücken (dpa) - Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland verdienen sich neben ihrer Hauptbeschäftigung noch etwas hinzu. Im Vorjahr habe bereits jeder elfte Beschäftigte zusätzlich zu seinem regulären Arbeitsstelle mindestens einen Minijob ausgeübt, so die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Seit dem Jahr 2003 habe sich damit die Zahl der Zweitjobs mehr als verdoppelt. Die Behörde bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Saarbrücker Zeitung".

Bundesagentur für Arbeit

Alles Angestellte bei Rechtsanwälten und Notaren?

#2 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von naduh 05.10.2012 08:19

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Das wundert mich gar nicht. Wenn man bedenkt, dass es so viele Berufe gibt, in denen super mies bezahlt wird (Frisöre, Gastronomie, Pflegedienst, Kurierfahrer, ReNos etc.).

#3 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Mathilde 05.10.2012 09:16

ich hatte auch einen Nebenjob, als ich noch in einer Anwaltskanzlei gearbeitet habe - und hatte genau soviel Stundennetto wie beim Verkaufen von Brot und Brötchen dies war allerdings sehr viel anspruchsloser - da konnte das Gehirn mal Pause einlegen

#4 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Caro 08.10.2012 09:29

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ich kenne auch sehr viele, die einen Nebenjob haben. Meistens, um sich halt auch mal was leisten zu können und nicht jeden Monat mit Null oder Minus dazustehen...
traurig

#5 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von naduh 08.10.2012 15:45

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Am Freitag kam das Thema im Radio. Dort hieß es dann schon, jeder fünfte!

Weiter wurde gesagt, dass dies aber kein Grund zur Sorge sei, angeblich würden Bürger mit einem Zweitjob diesen nur ausüben, um für sich mehr zu verdienen, nicht, weil ihnen ihr Erstjob finanziell nicht ausreichen würde!!! Ja ne is klar, die Leute gehen alle aus Spaß doppelt arbeiten, dass ich nicht lache!

#6 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von MissJJ 08.10.2012 15:49

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Es ist doch immer dasselbe mit der Rechtfertigung von Seiten der Politik. Man könnte / müsste sich ja sonst eingestehen, dass man ein Problem hat.

#7 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Catelyn 09.10.2012 19:47

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Hier mal eine Quelle, es ist wohl jeder 11. Bürger.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/nebenjob100.html


Sehr schön das hier:

Zitat
Ministerium sieht kein Problem

Das Bundesarbeitsministerium sieht in der Entwicklung keinen Anlass zur Sorge. Es gebe "keinen empirischen Beleg" dafür, dass materielle Not die Betroffenen zusätzlich in Minijobs zwinge, sagte ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums. In einer Allensbach-Umfrage hätten 70 Prozent der Minijobber von einer "Wunschkonstellation" gesprochen.



Genau, es kann nicht sein, was nicht sein darf!

#8 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Caro 10.10.2012 12:01

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Zitat von naduh im Beitrag #5
Am Freitag kam das Thema im Radio. Dort hieß es dann schon, jeder fünfte!

Weiter wurde gesagt, dass dies aber kein Grund zur Sorge sei, angeblich würden Bürger mit einem Zweitjob diesen nur ausüben, um für sich mehr zu verdienen, nicht, weil ihnen ihr Erstjob finanziell nicht ausreichen würde!!! Ja ne is klar, die Leute gehen alle aus Spaß doppelt arbeiten, dass ich nicht lache!

doch, da kenne ich schon auch viele. Also bei mir war das, als ich noch nen Nebenjob hatte, definitiv so gewesen

#9 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Catelyn 16.10.2012 11:47

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Zitat von Johanna im Beitrag #1


Alles Angestellte bei Rechtsanwälten und Notaren?


Jede 11. ReNo vielleicht, wenn man das mal ins Verhältnis zu allen Arbeitnehmern setzen möchte.

Und die dann ganz sicher sehr oft nicht aus Spaß an der Arbeit oder weil sie keinen Wert auf ihre (Familien)Freizeit legen, sondern weil der Stundenlohn von 6,92 € auch bei einer 40-Stunden-Woche (1.200,00 € brutto, rund 850,00 € netto) nicht zum Leben reicht.

Ausnahmen davon gibt es ganz sicher auch. Aber ich kenne durchaus Kolleginnen, die einen Zweitjob haben, weil es sonst hinten und vorne nicht reicht. Trotz 40 Stunden.

#10 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von naduh 16.10.2012 12:10

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Zitat von OstseeStrandgut im Beitrag #9
Zitat von Johanna im Beitrag #1


Alles Angestellte bei Rechtsanwälten und Notaren?


Jede 11. ReNo vielleicht, wenn man das mal ins Verhältnis zu allen Arbeitnehmern setzen möchte.

Und die dann ganz sicher sehr oft nicht aus Spaß an der Arbeit oder weil sie keinen Wert auf ihre (Familien)Freizeit legen, sondern weil der Stundenlohn von 6,92 € auch bei einer 40-Stunden-Woche (1.200,00 € brutto, rund 850,00 € netto) nicht zum Leben reicht.

Ausnahmen davon gibt es ganz sicher auch. Aber ich kenne durchaus Kolleginnen, die einen Zweitjob haben, weil es sonst hinten und vorne nicht reicht. Trotz 40 Stunden.





Dem kann ich nur zustimmen!

#11 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Johanna 16.10.2012 12:41

Woher hast du denn diese Zahl? Wenn jeder 11. deutsche AN einen Nebenjob hat, wie kann dann jede 11. ReNo einen haben? Allensbach ist wohl das seriöseste Institut und wenn da 70% der Befragten sich so äußern, dürfte was Wahres dran sein!

Gesehen an der Gesamtzahl der Angestellten in Kanzleien und Notariaten, dürften die, die den von dir genannten Stundenlohn von 6,92 € verdienen, die Minderheit sein, sonst würde es gar keine ReNos mehr geben.

Nicht zu vergessen diejenigen, die sich durch einen Nebenjob einen gehobenen, nicht einen angemessenen Lebensstandard verschaffen wollen, wo zum normalen Leben ein Nebenjob also gar nicht notwendig wäre (wie in der Allensbach Umfrage schon ausgewiesen ist).


Zitat von OstseeStrandgut im Beitrag #9
Zitat von Johanna im Beitrag #1


Alles Angestellte bei Rechtsanwälten und Notaren?


Jede 11. ReNo vielleicht, wenn man das mal ins Verhältnis zu allen Arbeitnehmern setzen möchte.

Und die dann ganz sicher sehr oft nicht aus Spaß an der Arbeit oder weil sie keinen Wert auf ihre (Familien)Freizeit legen, sondern weil der Stundenlohn von 6,92 € auch bei einer 40-Stunden-Woche (1.200,00 € brutto, rund 850,00 € netto) nicht zum Leben reicht.

Ausnahmen davon gibt es ganz sicher auch. Aber ich kenne durchaus Kolleginnen, die einen Zweitjob haben, weil es sonst hinten und vorne nicht reicht. Trotz 40 Stunden.



#12 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Catelyn 16.10.2012 13:19

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Zitat von Johanna im Beitrag #11
Woher hast du denn diese Zahl? Wenn jeder 11. deutsche AN einen Nebenjob hat, wie kann dann jede 11. ReNo einen haben? Allensbach ist wohl das seriöseste Institut und wenn da 70% der Befragten sich so äußern, dürfte was Wahres dran sein!





Weil jeder 11. eben jeder 11. ist, also auch jede 11. ReNo. Jeder 11. Stahlgießer, jede 11. Bäckereifachverkäuferin, jede 11. Einzelhandelsverkäuferin, jeder 11. Wachdienstleister, jeder 11. Bürokaufmann, jede 11. Krankenschwester, jeder 11. was-weiß-ich-Jobber.

Und nur weil die ReNos nicht ausdrücklich benannt wurden (wie immer, weil wir ja nicht tariflich gebunden sind und somit häufig vergessen werden), dürften wir wohl auch zu den Arbeitnehmern bzw. Beschäftigten gehören.

Der Link oben funzt im Übrigen nicht mehr:

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1369213

#13 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von MissJJ 16.10.2012 13:20

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Also allein in Thüringen dürfte es mehr als genug ReNos geben, die eben diesen Stundenlohn verdienen! Da brauch ich nur an die Kanzleien denken, in denen ich gearbeitet habe. Und das ist nicht schon 10 Jahre her und da hat sich in der Zwischenzeit auch nichts geändert.

Sicherlich gibt es auch die Leute, die einen Nebenjob machen, weil sie vom Porsche träumen oder was weiß ich was. Aber es ist doch ein Fakt, dass es genug Leute gibt, die einen Nebenjob machen, weil sie ihn brauchen. Und nicht wenige davon sind ReNos. Ich kenne einige.

#14 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von Catelyn 16.10.2012 13:31

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Die Umfrageergebnisse des RENO Bundesverbandes von 2011 sprechen eine deutliche Sprache, finde ich.

http://www.reno-bundesverband.de/de/unte.../umfrage12.html

Sie ist zwar nicht repräsentativ, aber klar.

#15 RE: Jeder 11. hat einen Nebenjob von naduh 16.10.2012 13:56

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Ich brauche nicht unbedingt Umfragen von seriösen Insitituten, um zu wissen, dass unsere Berufsbranche mies bezahlt ist. Ich kann mir allein in meiner Stadt meine eigene Statistik zusammenführen allein aus dem, was ich über die Bezahlung anderer ReNos hier weiß. Wir sind eine Stadt mit 103.000 Einwohnern und die ortsübliche Bezahlung einer ReNo nach der Ausbildung beträgt sage und schreibe 1300 € brutto (manchmal weniger). Das sind 950 € netto (Steuerklasse I vorausgesetzt). Eine Singlewohnung bekommt man in Siegen jedoch erst ab ca. 300 € + Nebenkosten. Ich glaube, ich brauche nicht weiter zu rechnen, um aufzuzeigen, dass diese Rechnung einfach nicht aufgeht. Und dies ist ja bundesweit bekannt, wie ich in div. Foren lesen und aus div. Umfragen herausfinden konnte. Somit denke ich nicht, dass es für Niedriglohn zu arbeiten in unserer Branche eine Seltenheit ist. Ich hoffe sehr, dass sich dies in Zukunft ändert. Aber das wünsche ich mir für alle Berufe. Somit hoffe ich, dass irgendwann einmal -und ja, dabei bleibe ich- ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt wird, damit Menschen endlich fair für ihre verrichtete Arbeit entlohnt werden.

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