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#1 LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Catelyn 09.12.2012 12:14

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Nein, ich finde es auch etwas seltsam. Aber es ist nun mal so: Schwangere haben es nicht leicht auf dem Arbeitsmarkt. Ich finde, hier wurde eine Grenze überschritten und niemand muss sich wundern, wenn der Arbeitgeber ungehalten reagiert. Dennoch war das Recht auf der Seite der RaFa:

http://www.kanzlei-blaufelder.com/dumm-g...aftsvertretung/

#2 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 10.12.2012 07:49

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Das stimmt - hier kann man den Arbeitgeber völlig verstehen!

#3 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Kasimir1603 10.12.2012 09:13

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Da würd ich mir ehrlich gesagt auch ziemlich verarscht vorkommen

#4 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Catelyn 10.12.2012 09:50

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Als arbeitslose Schwangere muss man aber nun mal auch Arbeit haben. Und da kann ich dann auch die RaFa verstehen, dass sie es hat drauf ankommen lassen. Sonst hat man keine Chance, wenn man arbeitslos UND schwanger ist. Deshalb muss man die Frage ja auch nicht beantworten: Weil man halt die Stelle nicht bekommt, wenn man wahrheitsgemäß antwortet. Ist halt ein zweischneidiges Schwert. :)

#5 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Kasimir1603 10.12.2012 09:51

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Ich weiß nicht. Irgendwie hat das nen ganz faden Beigeschmack und ich kann mich mit der Auffassung nicht identifizieren Ich finds nicht gut. Und ganz ehrlich, welchen Stand wird diese Refa jetzt wohl bei ihrem "belogenen" AG haben und welche Mittelchen stehen diesem zur Verfügung, sie, wenn er sie "loswird irgendwann" auf dem Arbeitsmarkt gewissen Wege zu verbauen? Ich sag nur: Anwälte untereinander kennen sich und reden dann auch mal gerne über "so eine"

#6 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Catelyn 10.12.2012 10:06

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Versuch dich doch mal, in deren Situation zu versetzen. Sie ist arbeitslos, hat das Arbeitsamt sowieso an den Hacken. Sie MUSS sich bewerben, ansonsten sieht sie gar kein Geld mehr. Und dann hat sie die Chance, doch noch zu arbeiten. Und seien es 6 Monate für ein nettes Gehalt. Das Arbeitsamt sagt ja auch nicht, dass sie sich dann wohl die nächsten Monate ausruhen darf. Und was ist nach der Geburt? Kein Job weit und breit, weil das Kind ach so klein ist.

Klar bleibt ein fader Beigeschmack. Aber Frauen können ja nun mal schwanger werden und sind dann in einer ganz blöden Situation. Sie müssen sich bewerben, sie müssen zumutbare Jobs annehmen. Aber wenn sie sagen, dass sie schwanger sieht, hat auch keiner ein Einsehen mit ihr. Logisch. Welcher Arbeitgeber freut sich drüber, wenn er einstellt und die Dame nach ein paar Monaten wieder verschwindet. Aber was hätte sie machen sollen? Auf den Job verzichten?

#7 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Kasimir1603 10.12.2012 10:22

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Mag alles sein, aber ich finds trotzdem einfach nicht in Ordnung. Klar MUSS sie sich bewerben, aber sie MuSS nicht lügen, um einen Job zu bekommen. Das widerstrebt mir irgendwie und ich kann die Wut und Enttäuschung des AG sehr gut nachvollziehen. Ist ja keine Basis für ne vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich finds einfach nicht gut und finde es einfach auch ein falsches Signal was da gesetzt wird.

#8 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 10.12.2012 10:43

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Kasi, das seh ich ganz genauso. Ich würde mir da als Arbeitgeber- und auch als Kollegin - einfach verarscht vorkommen. Man muss ich ja auch mal in die Situation der - sofern vorhanden - anderen Angestellten reinversetzen. Die sind froh, dass jemand als Vertretung kommt und dann das.
Klar ist es für eine Schwangere auch nicht leicht, aber trotzdem ist das nicht in Ordnung. Sie hat sich auf eine befristete Stelle beworben, wo von Anfang an klar war, dass sie nicht die ganze Zeit dort ist. Wenn sie nicht gewusste hätte, dass sie selbst schwanger ist, ok, aber so ist es nicht die feine englische Art.

#9 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 10.12.2012 11:01

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I. Ü. ist sowas auch wieder Wasser auf die Mühlen derjenigen Arbeitgeber, die sagen, wir schauen erstmal, ob die neue Angestellte ihr Geld überhaupt wert ist...

#10 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Kasimir1603 10.12.2012 11:09

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wieso meinst Du das MissJJ? Der Zusammenhang erschließt sich mir jetzt nicht.

Aber das Verhalten der Refa in diesem Fall ist für mich ebenso ein absolutes No Go, wie Kolleginnen, die schwanger werden, Kinder bekommen und dann erwarten, dass der gesamte Kanzleibetrieb auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet wird. Gibts ja auch. Das man Kompromisse bzgl. Arbeitszeit, Urlaub etc. schließt - ganz klar. Aber es gibt auch Kolleginnen, die dann meinen, weil sie nunmehr Mutter sind, die kinderlosen Kolleginnen ihre Entscheidung Kinder zu bekommen, mittragen lassen zu müssen.

#11 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 10.12.2012 11:19

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Wir hatten doch in irgendeinem Thread das Thema oder vielmehr das konkrete Beispiel durch die Antwort einer Kanzlei an Mathilde, dass gerngenutzte Ausreden der Anwälte, wenig zu bezahlen, ist, wir wollen doch erst einmal sehen, ob die ReFa ihr Geld überhaupt wert ist. Da ging es konkret um schlecht ausgebildete ReFas. Und da meine ich halt, dass so ein Fall den Anwälten wieder Futter gibt. Weißt Du, was ich meine? Frei nach dem Motto: Wir wollen doch erstmal sehen, ob die neue Angestellte nicht etwa schwanger ist, bevor es mehr Geld gibt.

Ja, das seh ich ganz genauso! Und hab ich auch schon erlebt. Den kinderlosen Kolleginnen wird dann jegliches Privatleben abgesprochen, denn sie haben ja keine Kinder. Sie können also die Überstunden machen oder die langen Schichten oder was auch immer.

#12 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Catelyn 10.12.2012 11:27

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Zitat von Kasimir1603 im Beitrag #7
......, aber sie MuSS nicht lügen, um einen Job zu bekommen.


Hat sie das? Sie muss die Frage nach einer Schwangerschaft nach höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht beantworten, weil diese Frage diskriminierend ist. Ich gehe davon aus, dass der RA diese Frage deshalb gar nicht gestellt hat.

#13 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Kasimir1603 10.12.2012 11:30

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ein bewusstes Verschweigen einer ihr bekannten Tatsache kommt für mich durchaus einer Lüge gleich. Bin ich vielleicht ein Korintenkacker, aber ist eben mein Empfinden.

#14 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 10.12.2012 11:41

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Zitat von Kasimir1603 im Beitrag #13
ein bewusstes Verschweigen einer ihr bekannten Tatsache kommt für mich durchaus einer Lüge gleich. Bin ich vielleicht ein Korintenkacker, aber ist eben mein Empfinden.

Meins auch. V. a. wenn ich mich als Schwangerschaftsvertretung bewerbe, obwohl ich weiß, dass ich nicht bis 2013 arbeiten werde!

#15 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von naduh 10.12.2012 12:07

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Zitat von MissJJ im Beitrag #14
Zitat von Kasimir1603 im Beitrag #13
ein bewusstes Verschweigen einer ihr bekannten Tatsache kommt für mich durchaus einer Lüge gleich. Bin ich vielleicht ein Korintenkacker, aber ist eben mein Empfinden.

Meins auch. V. a. wenn ich mich als Schwangerschaftsvertretung bewerbe, obwohl ich weiß, dass ich nicht bis 2013 arbeiten werde!

Kann ich nur zustimmen.
Ich kann mich da auch nur in die Lage des Arbeitgebers versetzen: Er bleibt auf ne Menge sitzen in so nem Fall. Es tut mir leid, aber finde das Verhalten der Schwangeren auch nicht in Ordnung. Und zu dem Punkt: Sie muss sich ja auf Drängen des Arbeitsamtes bewerben. Ich denke, hier dürfte ein Arbeitsamt durchaus Verständnis dafür haben bzw. Nachsicht haben, wenn die Arbeitslose schildert, sie sei schwanger und würde in den nächsten Wochen bzw. MOnaten ein Kind erwarten. Wenn das Kind dann da ist, ist es auch so, dass die Mutter entsprechende Zahlungen durch den Staat erhält, dass sie erstmal nicht zwingend auf Arbeit angewiesen ist.
In diesem Fall kann ich mich nicht auf die Seite der Arbeitnehmerin stellen.

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