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#16 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Mathilde 10.12.2012 16:04

Kann mir gerade nicht vorstellen, dass das AA, wenn es Kenntnis von einer Schwangerschaft hat, noch Vermittlungsvorschläge an die Betroffene rausgibt.

#17 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Catelyn 11.12.2012 11:28

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Zitat von Mathilde im Beitrag #16
Kann mir gerade nicht vorstellen, dass das AA, wenn es Kenntnis von einer Schwangerschaft hat, noch Vermittlungsvorschläge an die Betroffene rausgibt.




Warum denn nicht? Sie bleibt ja im ALG-Bezug, wenn sie keine Arbeit hat. Das AA will sie da raus haben und sei es nur für ein paar Monate. Und außerdem hoffen die ja dann auch, dass die Arbeitsuchende dann nach der Elternzeit wieder eingestellt wird (falls sie sich bewährt hat).

Sie ist schwanger, nicht krank.

Ich kann beide Seiten gut verstehen.

#18 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Caro 11.12.2012 13:39

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also ich versetze mich da ganz in die Arbeitnehmerin hinein und hätte mich natürlich auch beworben.

#19 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Mathilde 11.12.2012 14:06

Also ich bin während meiner letzten Schwangerschaft die ersten 14 Wochen nur mit einem Eimer rumgerannt und war dann noch ca. 12 Wochen im Krankenhaus.

Zum Glück war ich damals arbeitslos ;-) und habe während dieser Zeit auch kein einziges Angebot vom AA bekommen.

Wäre auch eine echte Zumutung für jeden Arbeitgeber.
Manche Schwangere sind eben doch ein bisschen krank :-)

#20 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Kasimir1603 11.12.2012 14:49

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Gegen das Bewerben an sich und auch die Annahme des Jobs sage ich auch nichts. Aber sie hätte doch mit offenen Karten spielen können. Wenn es eh bloß um einen befristeten Vertrag für ein paar Monate gegangen ist, warum dann sone linke Art fahren? Hab ich irgendwie kein Verständnis für und da hilfts mir auch nix, wenn ich mich in die AN reinversetze, weil ichs einfach moralisch nicht in Ordnung finde.

#21 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 11.12.2012 15:14

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Genau so sehe ich das auch. Sie hätte einfach ehrlich sein können - auch wenn sie es nicht sagwen MUSS. Meiner Meinung nach gehört es sich aber einfach. Und dann hätte sie auch beim Arbeitsamt sagen können, hey, die nehmen mich nicht, ich bin schwanger. Ich glaube nicht, dass es dann Sanktionen gibt!

#22 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von naduh 11.12.2012 18:12

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Ich verstehe das sowieso nicht, dass es höchstrichterliche Urteile gibt die sagen, eine Schwangere MUSS nicht offenbaren, dass sie schwanger ist. Ich finde, das sind Fehlentscheidungen, denn: Wenn eine Frau bei ihrem Vorstellungsgespräch bereits weiß, dass sie schwanger ist, dann wird sie in der Regel noch ein paar Monate arbeiten können, danach ist erstmal Babypause angesagt. Je nachdem, wie sehr sie unter der Schwangerschaft zu leiden hat, gibt es auch u. U. mehr krankheitsbedingte Ausfälle als bei einer nicht schwangeren. Nach der Schwangerschaft steigen die meisten dann erst wieder -wenn überhaupt- nach nem Jahr in den Job ein. Ergo: Sie taugt dem Arbeitgeber überhaupt nicht, somit verstehe ich seinen Ärger. Wenn ich Arbeitgeber wäre, wäre ich angepisst, denn diese Frau, die bereits beim Vorstellungsgespräch schwanger ist, kostet mich eigentlich nur als dass sie mir nützt. Man muss ab und an auch mal die Seite des Arbeitgebers sehen, er hat dadurch immense Kosten und auf lange Sicht gesehen lange Arbeitsausfälle der Schwangeren (Babypause). Also WARUM macht der Gesetzesgeber es nicht zur Pflicht, dass man beim Vorstellungsgespräch sagen muss, dass man schwanger ist. Somit wird mit offenen Karten gespielt und der Arbeitgeber kann ja dann immer noch entscheiden, ob er sie trotzdem nehmen will. Nur so -dieses Geheimhalten- finde ich nicht in Ordnung, der Arbeitgeber -nehmen wir mal an, es handelt sich um einen kleinen Betrieb, der eh auf jeden Pfennig angewiesen ist- kann dadurch echt in die Miesen geraten!

Außerdem kommt m. E. dazu: Eine Schwangere hat ja durch ihre Arbeitslosigkeit in der Schwangerschaft nicht so große Nachteile, wie eine nicht schwangere Arbeitslose. Man wird durch das bevorstehende Kind soweit vom Staat gestützt, dass man erstmal auch ohne Arbeit um die Runden kommt, man ist also noch nicht einmal zwingend auf Arbeit angewiesen, warum also dem Arbeitgeber so "ans Bein pinkeln". Muss nicht sein, finde ich...

#23 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 12.12.2012 08:22

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Das seh ich genauso.

Dazu kommt, dass ich selbst in meinem Bekanntenkreis einige Schwangere - 3 an der Zahl - erlebt hab, die sich ihrem - teils langjährigen - Arbeitgeber gegenüber wirklich schäbig verhalten haben. Da wurden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in rauen Mengen vorgelegt, teilweise sogar Beschäftigungsverbote, während die betroffenen Damen sich bester Gesundheit erfreuten und einfach keinen Bock mehr hatten, die letzten paar Wochen/Monate noch arbeiten zu gehen. Da war es doch schöner, zuhause das Kinderzimmer zu streichen und einzurichten oder gar in Urlaub zu fahren.
Das sind sicherlich Ausnahmen, aber wenn man als Arbeitgeber solche Exemplare als Arbeitnehmerin hat, kann man sich auch bedanken.

#24 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Catelyn 12.12.2012 13:37

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Ihr unterstellt der schwangeren Bewerberin jetzt, dass sie sowieso während der gesamten Schwangerschaft oder zumindest während großer Teile davon krank ist.

Ich hab zwei Schwangerschaften hinter mit: In einer ging´s mir ziemlich elend und ich bin schon sehr zeitig tatsächlich krankgeschrieben worden. Dafür gibt´s dann Lohnfortzahlung und später Krankengeld bzw. Mutterschaftsgeld. In der zweiten Schwangerschaft hätte ich bis zum letzten Tag arbeiten können (oder sogar wollen). Ich MUSSTE die Mutterschutzzeit nehmen, obwohl es mir bestens ging (und dem Kind natürlich auch).

Ein Job heißt immer: Mehr Geld, als Arbeitslosengeld (meistens zumindest), rentenanrechnungspflichtige Zeiten, Anspruch auf Beschäftigung nach dem Mutterschutz.

Und dass die AfA keine Sperrfristen verhängt, wenn sich die Schwangere nicht bewirbt, darauf würde ich mich nicht verlassen. Jobangebote wird sie genauso bekommen, wie jede andere Frau auch. Eben weil die Schwangerschaft kein Grund für eine Nichteinstellung ist. Das wäre sie allenfalls bei körperlich anstrengenden Arbeiten, aber nicht bei Bürostuhlakrobatinnen.

Und eins ist sicher:
Den Job hätte sie nicht bekommen, wenn der künftige Arbeitgeber von der Schwangerschaft gewusst hätte. Hätte sie mit "offenen Karten" gespielt, wäre sie diskriminiert worden. Der Arbeitgeber hätte das in der Begründung für die Ablehnung natürlich nicht angegeben, aber ihr seht die Reaktion.

Nochmal:
Ich kann das alles nachvollziehen und den Arbeitgeber natürlich total verstehen. Aber Recht bekommen hat sie trotzdem. Weil der Anwalt klar sagt, dass er sie niemals eingestellt hätte, wenn er von der Schwangerschaft gewusst hätte. Was link klingt, ist nicht immer link, sondern reiner Selbstschutz der Arbeitnehmerin. Und mit Kind stehen die Chancen auf Einstellung noch schlechter, das Kind muss sie immer mit angeben. Spätestens bei Vorlage der Steuerkarte wird´s eh offenbar. Ich finde, selbst das sollte nicht zur Pflichtangabe gemacht werden. Was geht das den künftigen Chef an, wenn ich mich um eine Stelle bewerbe, wie viele Kinder ich habe. Schon bin ich gebrandmarkt: Die fehlt sowieso dauernd! Dabei muss das gar nicht sein. Meine Kiddies waren nie ewig und oft krank, konnten immer von Papa oder Oma betreut werden (obwohl mir das manchmal selbst leid getan hat, dass ich nicht da sein konnte).

@naduh:
Die arbeitslose Schwangere bekommt ALG II und sonst nix. Elterngeld wird angerechnet. Sie hat finanziell dieselben Nachteile wie eine nicht Schwangere auch. Kein Geld. Und wenn ich beim Vorstellungsgespräch sage, ich sei schwanger, hätte ich mir die Arbeit mit der Bewerbung und die Zeit für das Gespräch auch sparen können. Da sagt jeder potentielle Arbeitgeber: "Nein danke".

Beweisen kann man sich nur, wenn man auch eingestellt wird. Und vielleicht beweist man sich so gut, dass man auch nach der Babypause dableiben kann.

Ich kann den Ärger des Arbeitgebers verstehen, der hat natürlich jetzt den Stress mit "nochmal suchen". Aber ich kann eben auch die Dame verstehen, die sich den Job unter den Nagel gerissen hat. Wenn mich ein Job interessiert, bewerbe ich mich und gut.

#25 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 12.12.2012 14:32

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Das ist halt ein Thema, an dem sich die Geister scheiden - je nach Sichtweise und je nachdem, ob man selbst Kinder hat oder nicht. Ich hab keine.

Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass Frauen mit Kindern Nachteile haben, wenn sie auf Jobsuche sind.
Ich finde es aber auch nicht in Ordnung, wenn Frauen mit Kindern stets alle Rechte (pünktlicher Feierabend, Vorzug bei der Urlaubsplanung etc.) für sich in Anspruch nehmen, während die Kolleginnen ohne Kinder in die Röhre gucken.

Aber vielleicht hab ich da schon zu viel Negatives erlebt, um objektiv sein zu können.

Es sind natürlich nicht alle Muddis so , bevor wir uns falsch verstehen.

#26 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von Kasimir1603 12.12.2012 17:00

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Zitat von Catelyn im Beitrag #24
Ihr unterstellt der schwangeren Bewerberin jetzt, dass sie sowieso während der gesamten Schwangerschaft oder zumindest während großer Teile davon krank ist.


Nein, das unterstelle - zumindest ich - nicht.

Zitat von Catelyn im Beitrag #24
Ein Job heißt immer: Mehr Geld, als Arbeitslosengeld (meistens zumindest), rentenanrechnungspflichtige Zeiten, Anspruch auf Beschäftigung nach dem Mutterschutz.


Und das von mir markierte ist der Knackpunkt, wenn ich an eine kleine Kanzlei wie die unsere denke z.B.! Der AG hat in diesem Fall ja bereits eine Angestellte, die in Mutterschutz/Elternzeit gegangen ist und für die eben eine "Vertretung" gesucht wurde. Eine Vertretung eben - kein Ersatz, eben weil die frühere Angestellte wohl auch wieder in der Kanzlei arbeiten möchte und das so geplant war. Jetzt hat der AG aber dann zwei Damen, welche nach dem Mutterschutz/der Elternzeit weiterbeschäftigt werden wollen. Und das finde ich, je nach Größe und Umsatzstärke des AG, ziemlich blöd und auch sehr unfair der Kollegin gegenüber, für die man als "Vertretung" eingestellt wurde.

Und klar hat der Anwalt gesagt, dass er sie nie eingestellt hätte, wenn er gewusst hätte, dass sie schwanger ist. Ggf. hätte er aber mit sich reden lassen, wenn von Anfang an mit offenen Karten gespielt worden wäre? Das weiß man nicht. Aber ehrlich gesagt, hätte ich sie auch nicht eingestellt bei der Konstellation wie in dem Fall. Es wurde expliziet eine Schwangerschaftsvertretung gesucht - damit ist ja bereits klar, dass die frühere Angestellte ihren Job wohl gerne wieder hätte. An die denkt in dem Fall keiner oder wie? Sollen sie sich die Stelle teilen? Wie sollen die Arbeitsplätze denn finanziert werden, wenn es z.B. ne kleine Kanzlei ist?

Und ich bin mit Sicherheit kein "Anti-Kindermensch", ich will selbst eins, aber das rechtfertigt längst nicht alle Mittel zum Zweck.

Ich seh für den AG nicht mal den Stress bzgl. nochmal suchen und Gespräche führen etc. - ich sehe vielmehr die Tatsache, dass er jetzt zwei Ladys am Start hat, die gerne weiterbeschäftigt werden wollen nach der Elternzeit und dass dafür ggf. weder der Platz noch die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

#27 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von naduh 12.12.2012 17:34

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Vorab: Finde unsere Diskussion richtig klasse :-) Soviele Gesichtspunkte. Und jeder hat ja irgendwie recht oder auch unrecht. Das ist ein klarer Fall von "man muss beide Seiten sehen".
Und ich bin natürlich auch kein Kinderfeind, im Gegenteil. Auch ich will in ein paar Jahren auf jeden Fall mal Kinder.
Ich stelle mich nur deshalb so sehr auf die Seite des Arbeitgebers, weil ich in meinem beruflichen und privaten Umfeld häufig genug Schwangere miterlebt habe und die meisten waren einfach nciht mehr durchgängig für die Arbeit zu gebrauchen, davon mal abgesehen, dass sie eh nicht länger als 7 oder 8 Monate noch arbeiten können und danach sowieso erstmal Pause ist. Also was bringt eine Schwangere dem Arbeitgeber in einem solchem Fall wie dem, um den es hier geht? Eigentlich nichts.
Trotzdem sollten Schwangere nicht generell diskriminiert werden, das ist der Schwangeren gegenüber ungerecht, darüber gibt es nichts zu diskutieren. Aber wie gesagt ich verstehe auch voll und ganz die Seite des Arbeitgebers, weil er nunmal letztendlich mehr Kosten als Nutzen hat.

#28 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 13.12.2012 08:13

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Zitat von naduh im Beitrag #27
Vorab: Finde unsere Diskussion richtig klasse :-)

Ich stelle mich nur deshalb so sehr auf die Seite des Arbeitgebers, weil ich in meinem beruflichen und privaten Umfeld häufig genug Schwangere miterlebt habe und die meisten waren einfach nciht mehr durchgängig für die Arbeit zu gebrauchen, davon mal abgesehen, dass sie eh nicht länger als 7 oder 8 Monate noch arbeiten können und danach sowieso erstmal Pause ist.


Ich auch :o)

Und ich bin froh, dass nicht nur ich solche "Negativbeispiele" erlebt hab. Eine entferntere Bekannte war die Härte. Das Mädchen hat immerhin mit 18 schon nen Hauptschulabschluss geschafft und hat ein Praktikum in einer Studentenkneipe begonnen. Ungefähr zu der Zeit hat sie erfahren, dass sie schwanger ist. Vorbildlich wie sie ist, wollte sie dennoch ihr 4-wöchiges Praktikum absolvieren, hat dann aber eine Woche später (da war sie HÖCHSTENS in der 8. Woche) festgestellt, dass sie nicht mal mehr eine Wasserflasche tragen kann. FLASCHE - nicht Kasten! Da musste sie das Praktikum dann leider beenden. Aber rauchen, bis es in den Kreißsaal geht.

#29 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von naduh 13.12.2012 09:04

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MissJJ, solche Horrorbeispiele hört man immer wieder. Ich hoffe nur, dass das die Ausnahme bleibt. Davon mal abgesehen müsste man jede werdende Mutter, die bis zur Entbindung quarzt, jeden Tag drei Ohrfeigen verpassen, dafür habe ich ja mal gar kein Verständnis!
Sie konnte nicht mal mehr ne Wasserflasche tragen: Das hört sich für mich nach derbe Ausrede an :-)
Meine Mutter erzählt des öfteren, sie verstehe nicht, was sich manche Frauen anstellen, sie hätte in beiden Schwangerschaften bis zum neunten Monat noch Fenster geputzt, Gardinen gewaschen und sonstige schwerfällige Hausarbeit erledigt :-D
Naja, darüber kann man dann auch streiten, jede ist halt anders, finde ihre Story diesbezüglich trotzdem witzig :-D

#30 RE: LAG Köln: Die schwangere Schwangerschaftsvertretung von MissJJ 13.12.2012 09:25

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Herrlich, oder? Was das Rauchen angeht - das seh ich genauso. Ich könnte auch ausrasten, wenn ich Mütter sehe, die den Kinderwagen vor sich herschieben und dabei genüsslich quarzen, um anschließend dem Kind die stinkenden Finger ins Gesicht zu halten. Bäh!

Ich hoffe auch, dass solche Fälle die Ausnahme sind! Unser ehemaliger Azubi ist da ein ganz anderes Beispiel. Sie hat bis zum letzten Tag vorm Mutterschutz brav gearbeitet. So geht es also auch :o)

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